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Mit Finanzcoaching bessere Finanzentscheidungen treffen

Wie Sie mit Finanzcoaching gute Finanzentscheidungen treffen

Finanzcoaching kann die Rettung sein, wenn in schwierigen Zeiten schwierige Finanzentscheidungen anstehen. Wenn Umsatzeinbrüche, Kursverluste, Angst und Panik das Denken sabotieren, werden Finanzentscheidungen zu Herausforderungen. Die Corona-Krise bringt Selbstständige und Solopreneurinnen momentan finanziell und nervlich an Ihre Grenzen. Auch Anlegerinnen fürchten um Ihre Ersparnisse und die Altersvorsorge. Hinzu kommt die Panikmache in den Medien.

Da passiert schnell mal eine Fehlentscheidung. Doch gerade jetzt ist es wichtig, die Nerven zu behalten und möglichst gute Finanzentscheidungen zu treffen. Genau dabei kann ein Finanzcoaching helfen. Bereits im letzten Blog ging es ja um die 3 Dos and Don’ts , um glimpflich durch die Krise zu kommen. In diesem Blogartikel geht es nun um die Fragen:

  • Wie werden Finanzentscheidungen getroffen?
  • Was blockiert und beeinträchtigt vernünftige Entscheidungen?
  • Wie trainieren Sie Ihre Entscheidungskompetenz?
  • Was hilft Ihnen in Krisen, um kluge und besonnene Finanzentscheidungen zu treffen?
  • Wie kann Finanzcoaching Sie in schwierigen Zeiten unterstützen?

Was macht gute Finanzentscheidungen eigentlich so schwierig?

Was vielen Selbstständigen und Unternehmern, aber auch Anlegerinnen, nicht klar ist: Finanzentscheidungen werden selbst in guten Zeiten nicht annähernd so rational getroffen, wie vermutet wird. Besonders unter Stress und Zeitdruck wird es richtig emotional. Dann leidet die Qualität gewaltig. Kluge Ratschläge und Berechnungen helfen jetzt nicht mehr. Man kann die Emotionen nicht schönrechnen. Auch, wenn viele Unternehmens- und Finanzberater das versuchen.

Hinzu kommt, dass uns viele Finanzentscheidungen als solche nicht einmal bewusst sind. Wir alle treffen Tag täglich bis zu 100 Finanzentscheidungen. Das beginnt morgens beim Bäcker mit dem Brötchenkauf und endet abends mit der Online-Überweisung. Da läuft vieles automatisch ab – wie vom Autopilot gesteuert. Je nachdem, unter welchen Bedingungen Sie eine Finanzentscheidung treffen, fällt die Qualität der Entscheidung dementsprechend aus.

Ein Beispiel (wahrscheinlich aus der Prä-Corona-Zeit 😉):

An der Kasse neben ihnen steht eine junge Mutter mit einem quengelnden Kind. Der Kleine begehrt heiß und innig den Schokoriegel vor seiner Nase. Eine Weile bleibt die Mutter hartnäckig. Doch als die Sirene einsetzt und sich das Kind am Boden wälzt, wird sie schwach. Sie ergibt sich den lautstarken Forderungen und kauft dem Kind den Schokoriegel.

Woher der plötzliche Sinneswandel?

Finanzentscheidungen und Mutter in AktionDiese Mutter hat eine Finanzentscheidung unter Zeitdruck und Stress getroffen. Jede Mutter, die eine solche Situation schon einmal aushalten musste, kann das nachvollziehen: die vorwurfsvollen Blicke der Menschen in der Kassenschlange, der soziale Druck, das schlechte Gewissen. Mehr als genug Gründe, um Stress zu haben. 😉

Was lehrt uns dieses Beispiel? Die Situation und die Umstände, in denen eine Finanzentscheidung getroffen wird, spielen eine große Rolle für die Qualität der Entscheidung. Damit wären wir schon bei den 5 wichtigen Unterscheidungen:

5 Entscheidungstypen und wo Finanzcoaching ansetzen kann

Das Beispiel mit der Supermarktkasse zeigt: Finanzentscheidungen unterscheiden sich darin, ob sie mit oder ohne Zeitdruck getroffen werden. Nach Professor Gerhard Roth, Hirnforscher an der Universität Bremen, können wir fünf Typen von Finanzentscheidungen unterscheiden:

  1. Automatisierte Entscheidungen
  2. Entscheidungen unter Stress und Zeitdruck (Bauchentscheidungen Typ I)
  3. Emotionale Entscheidungen ohne Stress und Zeitdruck (Bauchentscheidungen Typ II)
  4. Reflektierte Entscheidungen und
  5. Aufgeschobene intuitive Entscheidungen.

Es kann hilfreich sein, die eigenen Finanzentscheidungen einordnen zu können. Nur so können Sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Qualität Ihrer Entscheidungen erheblich zu verbessern. Oder sogar überhaupt wieder entscheidungs- und handlungsfähig zu werden.

1. Automatisierte Finanzentscheidungen

Automatisierte Entscheidungen: Ration wird durch Routine ersetztAutomatisierte Entscheidungen sind in unserem täglichen Leben am häufigsten anzutreffen. Sie werden in der Regel ohne größeres Nachdenken getroffen. Oftmals sind sie als Finanzentscheidung nicht bewusst. Dazu gehörte der erwähnte Brötchenkauf am Morgen oder das Ausführen einer Online-Bestellung am Abend. Sofern es sich um das normale Tagesgeschäft handelt, erfolgt es automatisiert und ohne groß nachzudenken.

Auch anspruchsvolle Finanzentscheidungen, wie die Einrichtung eines Investmentsparplans, können dazu gehören. Sofern die Entscheidungsträgerin Expertin ist in ihrem Gebiet und das vielleicht tagtäglich macht. Für diese Finanzentscheiderin ist es Routine. Für eine andere wäre es womöglich Neuland und damit keine automatisierte Entscheidung.

Routinen-Störungen und Finanzcoaching-Neuausrichtung

Wenn in Krisenzeiten alles durcheinander gerät, sind viele Routineentscheidungen nicht mehr selbstverständlich. Wer morgens nicht mehr aus dem Haus gehen muss, stellt wahrscheinlich auch den Brötchenkauf ein. Wer viel Zeit im Homeoffice verbringt und auf den Bildschirm starrt, wird schnell mal leichtsinnig: bei der Online-Bestellung oder beim Blick ins Depot. Dann werden automatisierte Finanzentscheidungen schnell zu Finanzentscheidungen unter Stress und Zeitdruck. Und damit zum Problem.

Ein Finanzcoaching kann die Neuausrichtung unterstützen und die Problemlösungskompetenz aktivieren. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Menschen sehr unterschiedlich auf die neuen Herausforderungen reagiert haben. Manche waren sehr aktiv und andere geradezu blockiert. Hier kann ein Finanzcoaching unterstützen, um die eigene Kreativität wieder freizusetzen.

Routine als Qualitätsmerkmal

Ist Routine also ein Qualitätsmerkmal bei Finanzentscheidungen?

Darüber streiten sich die Gelehrten. Nobelpreisträger Daniel Kahneman nennt sie „Schnelles Denken“ und hält nicht viel von ihnen. Wenn der Denkapparat nicht ins „Schwitzen“ kommt, dann taugt das Ergebnis nichts. Um das zu beweisen, hat Kahneman diverse Versuche durchgeführt. Sie zeigen, wie Menschen beim schnellen Denken versagen. Doch lässt sich das auf alle Routineentscheidungen übertragen?
Nicht unbedingt. Andere Experten, andere Meinungen. Wie bei Corona und den Virologen. 😉

1. Vorteil: bessere Entscheidungskompetenz durch Übung

Experten wie der Psychologe und Risikoforscher Gerd Grigerenzer oder Hirnforscher Gerhard Roth sehen es anders: Wenn Routineentscheidungen auf einfachen, plausiblen und nachvollziehbaren Heuristiken und Erfahrungswerten basieren, haben sie durchaus ihre Berechtigung.

Nicht umsonst trainieren Piloten, Feuerwehrleute oder Katastrophenschützer immer wieder für den Ernstfall. Damit sie im Ernstfall nämlich eine Sache nicht tun müssen: erst lange nachdenken.

2. Vorteil: Gelassenheit

Routine hat noch einen anderen Vorteil: die Gelassenheit. Denn was Ihre Entscheidungskompetenz jetzt wahrscheinlich besonders belastet, ist unter anderem der Überraschungseffekt. Auf so etwas wie Corona waren Sie nicht vorbereitet. Wäre es Ihre dritte Pandemie, wären Sie wahrscheinlich etwas gelassener im Umgang damit. Auch mit Ihren Finanzentscheidungen.

Dieses Phänomen kann ich momentan bei meinen Kundinnen hinsichtlich der Börsen-Krise feststellen: Diejenigen, die bereits die zweite oder sogar dritte Finanzkrise miterleben, sind routinierter und deutlich entspannter als die restlichen.

3. Vorteil: Die Vergangenheit kennen, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein

Relativ gefasst sind auch diejenigen Anlegerinnen, die sich im Vorfeld intensiv mit den historischen Kursschwankungen und Maximum Drawdowns befasst haben. Das sind die größten negativen Abwärtsbewegungen der Vergangenheit. Die Zeiträume, in denen es abwärts ging, und die anschließenden Erholungsphasen gehören ebenso dazu. Diese Anlegerinnen waren mental vorbereitet. Sie hatten eine realistische Vorstellung davon, was sie erwarten könnte.

Ebenfalls wichtig: immer mal wieder darüber reden und erinnern. Wir Menschen sind vergesslich. Deshalb müssen die Piloten vor jedem Flug ihre Checklisten durchgehen. Als Anlegerin haben Sie den großen Vorteil, dass Ihre Finanzcoach das übernimmt. Sie brauchen nicht ständig wieder die Unterlagen und dicken Bücher zu wälzen. Diese Möglichkeit sollten Sie auch keinesfalls ungenutzt verstreichen lassen.

4. Vorteil: Gefühl von Sicherheit

Routinen erzeugen ein Gefühl der Sicherheit, das oftmals wichtiger ist als die vermeintliche Sicherheit selbst. Wir leben nun mal in einer Welt der Unsicherheit. Wir können nicht in die Zukunft schauen und wissen nicht, was morgen passiert. Doch dieses Gefühl der Sicherheit lässt sich durchaus beeinflussen. Viele meiner Kundinnen empfinden es, wenn sie sich nach einem intensivem Risikoprofiling innerhalb ihrer persönlichen Komfortzone bewegen.

Routinen funktionieren nur leider nicht immer und in jedem Fall. Die Corona-Pandemie ist neu. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft waren so nie vorstellbar. Das erzeugt Stress und Zeitdruck und ganz neue Vorzeichen für Ihre Finanzentscheidungen. Wobei wir schon beim nächsten Typ der Finanzentscheidungen sind.

2. Finanzentscheidungen unter Stress und Zeitdruck (Bauchentscheidungen Typ I)

Finanzentscheidungen unter Stress und Zeitdruck durch Finanzcoaching verbessern.Die Entscheidungen unter Stress und Zeitdruck bezeichnet Hirnforscher Gerhard Roth auch als Bauchentscheidungen vom Typ I. Sie sind den automatisierten Entscheidungen ähnlich, weil sie sehr schnell getroffen werden – ohne nachzudenken. Außerdem handelt es sich um hoch emotionale Situationen, die Stress auslösen und Gefahr signalisieren.

Solche Bauchentscheidungen laufen auf den tiefen, unbewussten limbischen Ebenen des Gehirns ab. Dazu gehören der Hypothalamus, die Amygdala und der Nucleus accumbens.

Das Fatale an diesen Bauchentscheidungen: Sie sind fast immer falsch.

Oft werden sie schon nach kurzer Zeit bereut und sind bei Finanzentscheidungen mit Verlusten, häufig sogar hohen Verlusten, verbunden. Gerade jetzt in der Corona-Krise besteht ein hohes Risiko, Bauchentscheidungen zu treffen: Die Situation ist hoch emotional, ungewiss und beängstigend: Laut Kanzlerin die größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg …

Fehlentscheidungen durch Stress und Zeitdruck

In schwierigen Zeiten wie der Corona-Krise können Stress und „gefühlter“ Zeitdruck leicht zu Übersprungshandlungen führen: Klopapier-Hamsterkäufe, Panikverkäufe an den Börsen oder die plötzliche Einstellung aller Mietzahlungen. Wie jüngst der Vorstand eines renommierten deutschen Sportbekleidungsherstellers angekündigt hat: Der Milliardenkonzern, der seine Miete nicht zahlen will, wird jetzt schon in den Medien verrissen. Inzwischen ist der Vorstand wieder zurückgerudert. Der Imageschaden bleibt. Auch da hätte vielleicht ein Finanzcoaching geholfen. 😉

Corona und Finanzentscheidungen – der emotionale Sonderfall

Natürlich ist eine Krise, wie die Corona-Pandemie ein emotionaler Sonderfall. Finanzielle Verluste oder sogar schon bloße Ängste vor finanziellen Verlusten können starke emotionale Reaktionen auslösen. Das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob eine lebensbedrohliche oder eine wirtschaftlich bedrohliche Situation vorliegt. Die Gefühle sind die gleichen: Angst, Panik, Depressionen.

Feuerwehrleute und Rettungskräfte werden durch Trainings auf schwere Krisen vorbereitet. Nur so können sie im Ernstfall den emotionalen Belastungen standhalten.
Für Selbstständige, Unternehmerinnen oder Anlegerinnen gibt es keine Krisenvorbereitung. Auch keine Finanz-Krisenintervention in schwierigen Zeiten. Jedenfalls nicht vom Banker oder Steuerberater. Die können mit Zahlen, Daten und Fakten operieren. Selten mit Gefühlen. In der Wirtschaft sind Emotionen nicht eingeplant.

Mit Finanzcoaching die emotionale Lücke schließen

Genau diese Lücke kann ein Finanzcoaching schließen: Beim Finanzcoaching werden Ängste und Emotionen ebenso ernstgenommen wie Zahlen, Daten und Fakten.

Ziel dabei ist es, die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit wieder herzustellen. Als Finanzcoach versuche ich nicht, meiner Kundin das Steuer aus der Hand zu reißen, sondern ihr beim Fahren den Rücken zu stärken. Das passiert durch aktives Zuhören, wirkungsvolle Fragen und Interventionen und vor allem viel Empathie und Einfühlungsvermögen.

Ziel ist, die Kundin in ihrer Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit zu unterstützen. Denn nur sie selbst ist die Expertin in ihren Angelegenheiten.

3. Emotionale Finanzentscheidungen ohne Zeitdruck (Bauchentscheidungen II)

Bei der dritten Form von Finanzentscheidungen, den „Emotionalen Entscheidungen ohne Zeitdruck“ handelt es sich ebenfalls um Bauchentscheidungen. Bei den Bauchentscheidungen Typ II wird die Finanzentscheiderin ganz von ihren Gefühlen gesteuert. Solche positiven Gefühle können durch Hochglanz-Werbeprospekte, durch utopische Renditeversprechen oder durch besonders sympathische Berater ausgelöst werden. Gerade in der Finanzbranche wird das Storytelling in vielen Vertrieben intensiv trainiert, um Kundinnen und Kunden emotional abzuholen.

Crash-Prognosen und andere Gefühlsbeschleuniger

Auch Crash-Prognosen und Horror-Geschichten sind in der Finanzbranche sehr beliebte Gefühlsbeschleuniger. Aus Finanzberatern werden nun Retter und Helden, die Ihre potenziellen Kundinnen vor Verlusten schützen wollen. Die geleiten Sie dann auf dem Weg in die sicheren Häfen der Sachwertanlagen und versprechen dabei noch den Himmel auf Erden. Nicht wenige sind sogar überzeugt, dass sie dazu fähig sind. 😉

Was Anlegerinnen oftmals fehlt, wenn sie solche Bauchentscheidungen treffen: Eine gesunde kritische Haltung.

Um sich vor den Rettern, Helden und Hochglanzprospekten zu schützen, hilft nur eine Sache: Kritische Fragen stellen und Neinsagen können.

Gerade das Neinsagen fällt vielen Frauen schwer, weil sie nett und höflich bleiben und andere nicht vor den Kopf stoßen möchten. Auch das können Sie im Finanzcoaching lernen. Abgrenzung ist ein ganz wichtiges Thema, um gute Finanzentscheidungen treffen zu können.

4. Reflektierte Finanzentscheidungen

Reflektierte Finanzentscheidungen: selten in der PraxisDer vierte Typus der Finanzentscheidungen sind die reflektierten oder rationalen Entscheidungen. Sie sind der Prototyp im Entscheidungsverhalten. Zumindest sehen das die Ökonomen so. Der rationale Entscheider hat auch einen Namen: Homo Oeconomicus.

Der Homo Oeconomicus trifft seine Entscheidungen auf der Basis von Vernunft und Verstand. Kühl und emotionslos. Natürlich ist er männlich. 😉
Problem nur: Er ist nichts als graue Theorie, wie vieles in den Wirtschaftswissenschaften.

Theorie und Praxis

In der Praxis sieht die Sache ganz anders aus:

Erstens gibt uns unsere Rationalität keine Entscheidungs- und Handlungsziele vor. Die kommen nämlich aus dem limbischen System und unsere Ratio kann allenfalls die Umsetzung optimieren.

Zweitens ist unser Arbeitsgedächtnis als Träger der Ratio in seiner Kapazität ziemlich eingeschränkt: klassische Stapelverarbeitung. Wir können Probleme gedanklich nur Schritt für Schritt abarbeiten. Das dauert.

Außerdem ist beim fünften Schritt der erste oft schon wieder vergessen. Das sind dann diese typischen Momente, wenn wir vor der Schublade stehen und nicht mehr wissen, was wir eigentlich wollten. Multitasking ist ja leider auch bei uns Frauen nur eine Illusion. 😉

Fazit und Finanzcoaching-Ansatz:

Schön wär’s mit den rationalen Entscheidungen. Es gibt zwar rein emotionale aber keine rein rationalen Finanzentscheidungen. Besser, als sich selbst etwas vorzumachen, kann eine Reflektion der Gefühle sein.

Viele Emotionen und deren Wurzeln schlummern im Unterbewusstsein. Auch da setzt Finanzcoaching an: Wenn Sie die Wurzeln und Gründe Ihrer Gefühle kennen, die oft schon sehr lange zurückliegen, können Sie bei Ihren Finanzentscheidungen ganz anders damit umgehen.

5. Aufgeschobene intuitive Finanzentscheidungen

Beim 5. Typ geht es um Finanzentscheidungen, die in komplexen Situationen getroffen werden. Das können in normalen Zeiten Anlageentscheidungen sein oder die Aufnahme eines Kredits, um wichtige Investitionen tätigen zu können. Hierbei ist es typisch, sich sachkundig und kompetent beraten zu lassen. Danach in Ruhe die Sache überdenken. Anschließend das Ganze noch einmal sacken lassen. Last but not least dann relativ spontan die Entscheidung treffen. So empfiehlt zumindest Hirnforscher Gerhard Roth. Das sind in komplexen Situationen dann die besten Entscheidungen.

Auch in schwierigen Zeiten wie der Corona-Krise sind aufgeschobene intuitive Finanzentscheidungen die beste Wahl. Gerade weil in einer Krise nicht mehr auf Routine und Erfahrung zurückgegriffen werden kann.
Doch wie steht es um die Intuition in Krisen wie einer Corona-Pandemie mit Gesundheitsrisiken, unvorstellbaren Freiheitsbeschränkungen und einer unvorhersehbaren wirtschaftlichen Zukunft?

Einschränkungen der intuitiven Entscheidungsfindung in finanziellen Krisen

In Krisenphasen leidet die Intuition. Wenn Stress, Zeitdruck, Angst und Panik herrschen, ist der Zugriff auf die eigene Intuition stark eingeschränkt.

Das lässt sich evolutionsbiologisch erklären: Wenn der Säbelzahntiger um die Ecke kam, war keine Zeit mehr zum Überlegen. Dann galt nur noch Flucht oder Angriff.

Da hat sich bis heute nicht allzu viel dran geändert: Das moderne Gehirn kann zwischen finanziellen Existenzängsten und Säbelzahntiger nicht unterscheiden. Also schaltet es in den Fight, Flight, Freeze-Modus wie vor Tausenden von Jahren.

In der heutigen Zeit könnten Flucht oder Gegenangriff bedeuten (je nachdem wie Sie es interpretieren): Mietzahlung einstellen und das auch noch in der Presse verkünden. So wie der Vorstand dieser Sportbekleidungsmarke mit den drei Streifen das getan hat. Wir sind eben alle nur Menschen. Auch der Vorstand des deutschen Sportbekleidungsherstellers. 😉

Wie Finanzcoaching Ihnen in der Corona-Krise hilft

Wer in der momentanen Krise Rat und Unterstützung bei finanziellen Entscheidungen sucht, erlebt häufig eine Mischung aus Ratschlägen, Belehrungen, und geradezu erschlagenden Bergen von Zahlen, Daten und Fakten. Genau das aber ist emotional wenig hilfreich. Die vielen Fakten und ständigen Belehrungen verstärken höchstens die Verunsicherung.
Egal ob Steuer-, Finanz- oder Unternehmensberater: Mit Empathie und Verständnis tun sich viele von ihnen schwer. Finanzcoaching kann diese Lücke schließen.

Finanzcoach: Die Hebamme für gute Finanzentscheidungen in schwierigen Zeiten

Wenn Ihnen in einer finanziellen Krise im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ausgeht, brauchen Sie jemanden, der Sie beim Atmen unterstützt. Nicht von ungefähr trainieren Schwangere vor der Geburt die richtige Atmung, damit sie dann in den Wehen vorbereitet sind. Trotzdem ist es bei der Geburt sehr hilfreich, wenn die Hebamme noch mal unterstützend die Atmung begleitet. 😉

So ähnlich funktioniert es auch beim Finanzcoaching. Eine erfahrene Finanzcoach hält sich, genau wie eine einfühlsame Hebamme, mit ihrem Expertenwissen erst einmal zurück. Sie verzichtet auf die Belehrungen und fühlt sich stattdessen in ihre Kundin ein. Durch aktives Zuhören und empathische Fragen versucht sie, ihre Kundin zu verstehen. Sie zweifelt weder an deren Kompetenz noch stellt sie sich belehrend über diese.

Je nachdem welche finanzielle Herausforderung sich aus der momentanen Krise für Sie ergibt, bietet ein Finanzcoaching genau die Unterstützung, die Sie jetzt brauchen.

Finanzcoaching mit Social Distancing?

Auch das ist kein Problem, denn Finanzcoaching funktioniert hervorragen als Telefoncoaching oder per Video-Chat. Gerade wenn Sie sich in Ihrer gewohnten Umgebung sicher fühlen, kann das für den Lösungsprozess nur von Vorteil sein. Alles, was jetzt Ihre Verunsicherung reduziert, stärkt Ihre Kompetenz für gute Finanzentscheidungen in der Krise.

Einfach machen

Wenn Sie jetzt schon etwas aus diesem Blogartikel gelernt haben, dann halten Sie es mit Professor Gerhard Roth:
Überdenken, überschlafen, sacken lassen und dann ziemlich spontan und intuitiv entscheiden.
Sie brauchen nur zum Hörer greifen oder ein E-Mail schreiben.
Ich stehe Ihnen für ein zwanzigminütiges Infogespräch gerne – unverbindlich und ohne Rechnung- zur Verfügung. Ich freue mich, von Ihnen zu hören oder zu lesen. 😉

 

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Kommen Sie gut durch den Finanz-Dschungel!

Herzlichst

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